Innsbruck Alpine Trailrun Festival

Ende April oder Anfang Mai steigt der Auftakt für die Österreichische Ultratrail Community in Innsbruck. Nachdem ich bei der Premiere im Jahr 2016 schon am Start war (gibts auch hier zum nachlesen) haben sich Basti und ich gedacht, als Ersatz für einen schnellen Frühjahrs Marathon für Basti könnten wir auch ein bisschen gemeinsam die Trails unsicher machen. Gesagt getan, äh gemeldet. Später schloss sich dann noch mein Kollege Steffen an und so war unser Trio komplett. Freitag Mittag ging es per Auto los Richtung Tirol. Die Wetteraussichten waren nicht prickelnd, der Trend zeigte aber deutlich nach oben. Und so wurde etwa stündlich Bergfex gecheckt, ob es was neues gibt. Die Fahrt ging schnell vorbei und bald konnten wir unser AirBnB im Herzen von Innsbruck beziehen. Und wenn ich hier Schreibe „Herzen“ dann ist das nicht gelogen. Unsere Unterkunft lag etwa 50 m vom berühmten „Goldenen Dachl“ entfernt und der Weg zum Start war auch nicht weit. Also schnell mal vorbei geschaut, nach einem ausgiebigen Ausrüstungscheck die Startnummer abgeholt und dann ab in die Pizzeria zum Speicher auffüllen und Pre-Race-Bier trinken. Als letzter Punkt auf der Tagesordnung stand dann noch das ultra wichtige Race Briefing, bevor wir uns daran machen konnten, unsere Rucksäcke für Samstag zu packen. Um 4:00 Uhr war Start und darum war um 22:00 Uhr Nachtruhe angesagt. Also für uns zumindest. Die Hooligans auf der Straße war unser Nachtschlaf herzlich egal und so wurde gegröhlt und gesungen bis unser Wecker um halb 3 klingelte. Yeah. Zusätzlich zur unruhigen Nacht regnete es auch noch wie verrückt. Na serwas. Das kann ja was werden. Aber „Huift ja nix“, wir tranken Kaffee, zogen uns an und machten uns fertig. Und siehe da, kurz bevor wir um 3:45 Uhr das Haus verließen hörte der Regen auf und der Asphalt begann zu trocknen. Laut unserer Ziege Basti und ihren Weißheiten ein durchaus wichtiger Faktor. Er sollte uns noch ein paar mal an diesem Tag begegnen. Noch einmal wurde kurz vor dem Start unsere Ausrüstung überprüft, Handy, Regenjacke und ganz wichtig „GRÖDEL“ wurden abgefragt. Nach kurzer Zeit im Startbereich ging es dann schon los. Eine kurze Runde durch die Stadt, dann am Inn entlang Richtung Anstieg zur Hungerburg, der nach Überquerung des Flusses auf uns wartete. Also Stöcke raus und rauf den Berg. Nach 1-2 km begann dann meine Material Misere, die mich noch etwas länger begleiten sollte. Plötzlich faltete sich mein Stock zusammen. Der Knopf, der für die Arretierung sorgen soll schnappte nicht heraus wie er sollte. So beschäftigte ich mich eine Zeit damit das Teil zu reparieren, was mir auch gelang. Mit einem Stein. Also weiter gings. Auf einer Traverse durch den Wald, immer leicht nach links hängend. Nervig, mit der Zeit. Aber auch das ging vorbei und bald war die erste Labe erreicht. Wir hielten uns nur kurz auf und machten uns dann auf den Weg hinunter nach Kranebitten auf einen schönen Downhill. Wir waren gut im Tritt und nach gut 2 1/2 Stunden erreichten wir die zweite Labe in Kranebitten bei der wir wieder gut mit allem möglichen versorgt wurden. Dort gab es sogar Kaffee und ich genehmigte mir einen. Unsere erste Talquerung stand uns nun bevor und bevor wir in Völs wieder auf der südlichen Seite des Inntals die Berge erklimmen durften, ging es zuerst ein wenig flach am Fluss entlang. Vor uns lagen nun etwa 20 km in denen es eigentlich immer mehr oder weniger bergauf ging. Zuerst weniger, es ging wellig dahin. Ziemlich schwierig für unseren Rhythmus. Bergauf gehen, flach und bergab laufen. Immer im Wechsel und das ziemlich lang. Auch nervig, aber gutes Training, wie uns die weise Ziege wissen ließ. Dann Material, der zweite Teil. Beim zupfen am Startnummernband riss mir die Nummer aus. Ich befestigte sie wieder halbwegs und lief weiter. Gut, solange nichts schlimmeres passiert. Bei der nächsten Labe, die wirklich zahlreich waren, konnte ich eine Sicherheitsnadel ergattern um die Nummer zu reparieren. Leider riss dann der Reißverschluss meines Salomon Pulse Belts und ich musste mir einen neuen Platz für mein Handy suchen. Man man. Jetzt ging es dann wenigstens mal wieder etwas steiler Bergauf, so dass sich die Frage Laufen oder gehen zumindest eindeutig beantworten ließ. Wir gingen. Und wir waren in guter Gesellschaft. Zusammen mit Florian und Sascha von Mühl4Trail hatten wir unseren Spaß und es ging langsam aber sicher in Richtung „Höchster Punkt der Strecke“, der dank Ausweichroute auf etwa 1500 Metern lag. Es gab dann auch ein bisschen Schnee, aber alles nicht besonders tragisch und sicher nicht genug um die Grödel anzuziehen. Aber Hauptsache wir schleppen die Dinger mit. Gut, jetzt ging es erstmal grob 20 km wieder bergab. Zuerst Richtung Stubai Tal, vorbei an der Europa Brücke und durch die wunderschöne Sillschlucht wieder zurück nach Innsbruck. Kurz vor der Schlucht der Material Misere letzter Teil. Eine meiner Softflasks von Salomon wurde undicht und auch die notdürftig Reparatur mit Tape hielt nicht lange. Zurück in Innsbruck, beim Bierstindl, warteten dann unsere Dropbags auf uns. Aber da sich das Wetter immer noch deutlich besser darstellte, als es angesagt war, tauschten wir nur das Shirt, machten eine etwas längere Pause und machten uns dann auf die letzten rund 33 km. Nach einer kleinen Schleife durch Innsbruck machten ging es in die Wälder Richtung Hall. Und die Trails in den Wäldern waren super zu laufen. Was jetzt ein bisschen nervig war, waren allerdings die Marathonläufer, die mit uns auf der Strecke waren und deutlich schneller waren als wir. Und ständig Platz machen auf den Singletrails war jetzt nicht so toll. Aber 12 km und einen kleinen Hügel später waren wir im schönen Hall, schon wieder eine Labe. Vor lauter Essen kam man fast nicht zum Laufen. 11 Laben auf 88 km. Das ist schon ein ordentliches Picknick. Wieder stellte sich die Talquerung als etwas zaach heraus. Naja Asphalt halt. Doch auch das hatten wir bald überstanden und die letzten Kilometer lagen vor uns. Es war dann jetzt schon etwas anstrengend und wir freuten uns schon auf den Zieleinlauf in Innsbruck. Davor hatten die Veranstalter aber noch 2 Laben und einen ziemlich steilen Waldanstieg gepackt. Und auch das ließen wir hinter uns bevor es den letzte Downhill hinunter nach Innsbruck zu bewältigen galt. Und waren es vor Hall die Marathonläufer, die uns überholten, holten uns nun die 15 km Läufer ein und drängelten auf den engen Singletrails. Dabei gab es nicht nur eine knappe Situation. Aber zum Glück entkamen wir dem Downhill unverletzt und konnten uns entlang des Inns auf den Zieleinlauf vorbereiten. Seit gut 30 min regnete es jetzt. Das war aber auch schon egal, waren wir doch so weit im trockenen gekommen wie wir es nie zu träumen gewagt hatten. Nach 14h07 minuten überquerten wir zu dritt nach 88 km die Ziellinie. Der erste Ultratrail des Jahres ist Geschichte. Und es war eine tolle Geschichte. Zu dritt macht so ein Ausflug doch deutlich mehr Spaß. Vielen Dank an Basti und Steffen fürs dabei sein. Es hat riesen Spaß gemacht.
Hier noch ein paar Bilder unseres Trips

2 Kommentare

  1. Anette um | | Antworten

    Glückwunsch zum Wetter und zum erfolgreichen Finish nach der schlaflosen Nacht und der ganzen Material-Misere! Super Leistung von Dir / Euch.
    Bin ja auch schon zweimal beim 15 km Trail (der übrigens 17 hat) gelaufen. Das ist echt dumm mit den Überschneidungen zu den Ultras, ich bin jedes Mal aus dem Weg gegangen bzw. wenn ich überholt habe, auf eine passende Stelle gewartet. Denn Ihr Ultras habt viel mehr Anstrengung in den Beinen als ich 15 km-Läufer, sage ich immer. Vor allem der letzte Downhill mit Gegenanstieg war letztes Jahr durch die Trockenheit sehr schwer zu laufen, weil quasi gar kein Halt.
    Jetzt aber nochmal: Anerkennung!
    Gruß aus Nürnberg
    Anette (und Iwan)

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