Die Three Peaks Challenge

Die Vorbereitung für den TAR sollte mit einem Paukenschlag beginnen. Einen solchen lieferte uns der liebe Christoph (@Don_Tango) und seine Kollegen vom Trail.Withlocals Lauftreff in Form der Three Peaks Challenge. Die 3 Wiener „Hausberge“ Schneealpe, Rax und Schneeberg sollten in einem Lauf überschritten werden. Die groben Daten auf der Homepage waren 55 km und 5100 Höhenmeter. Das ist mal eine Ansage. Mehr als 2000 Höhenmeter hatte ich noch nicht erklommen am Stück und so war mir doch etwas mulmig als wir drei tapferen Kitties am Vorabend in Prein an der Rax bei Basti (@Die_Bergziege) unser Quartier bezogen. Der dritte mutige Mitstreiter war Christoph (@CMizelli). Einer ausgiebigen Vorbereitung des Materials folgte eine kurze Nacht und nach einem kleinen Frühstück machten wir uns auf den Weg nach Krampen, dem Startpunkt dieses Abenteuers. Nicht ohne uns vorher mit Sonnencreme 50+ einzureiben. Es sollte ein heißer, sonniger Tag werden. Ein kurzes Race Briefing, Händeschütteln mit allen Teilnehmern, es waren 25 an der Zahl, und Punkt 6 Uhr gings los. Ein lockerer Start auf einer leicht ansteigenden Forstraße bis wir nach etwa 5-6 km auf den richtigen Trail und über die wunderschöne Bodenalm Richtung Windberg abbogen. Inzwischen hatte sich um uns eine größere Gruppe gebildet und so ergab sich immer das eine oder andere nette Gespräch. Durch Latschengürtel, über ein Schneefeld und die Knopperwiese ging es sehr kurzweilig hinauf zum Windberg, dem ersten Gipfel des Tages. Kurzes Selfie, und schon wurde wieder Tempo gemacht, hinunter zum Michlbauern, hinauf zum Schneealpenhaus und wieder hinunter auf die Forststraße Richtung Lugbauer Hütte, an der wir die erste Verpflegung aufnehmen wollten. Aber hier hatte der Track vor die Belohnung noch die Schauerwand gestellt. Also noch die paar Höhenmeter hinauf, bevor wir uns mit Apfelsaft gespritzt und Wasser für unsere Flaschen verpflegten. Wir verließen hier dann fürs erste die Fahrwege und machten uns auf einem einigermaßen steilen Singeltrail auf den Weg hinunter zum Nasskamm. Die Sonne schien jetzt schon rund 3 Stunden auf unsere Köpfe und etwa 20 km hatten wir bereits zurückgelegt. Und dann ging’s wiedermal Bergauf. Aber immerhin im Schatten des Waldes. Unser nächstes Ziel war die Heukuppe, oder vielmehr das kurz unterhalb gelegene Karl Ludwig Haus. Aber davor musste noch das zahme Gamseck erkletttert werden. Über den leichten Klettersteig ging’s dann spaßig hinauf zur Heukuppe. Basti munter vorne weg, ich in der Mitte und der Christoph etwas hinter uns. Und auch hier waren wir der Sonne wieder unerbittlich ausgesetzt. Nichtmal auf knapp 2000 Metern war es kühl und wir hatten noch einen langen Weg vor uns. Gerade einmal knapp die Hälfte war zurückgelegt und die zweite Hälfte war um nichts einfacher. Also einfach nicht zu viel nachdenken, Aussicht genießen, ordentlich Sunblocker schmieren und weiter laufen/gehen. Zumindest einmal bis zum Karl Ludwig Haus. Hier verpflegten sich meine Kameraden mit Rindssuppe, ich mit gesalzenem Apfelsaft gespritzt und ein paar selbst mitgebrachten Quinoa Laibchen. Und nach der Pause merkte ich im Anstieg zum Predigtstuhl gewaltig meine Oberschenkel. Aber das war nur kurz, schon bald war ich wieder locker wie eh und je und mit ordentlichem Tempo liefen wir nun schon grob in Richtung Schneeberg und damit Richtung letzter Gipfel des Tages. Aber vorher mussten wir noch das Klobentörl durchschreiten, auf der Glocknitzer Hütte Verpflegung aufnehmen, es gab alkoholfreies Bier und Cola :-). Und dann begaben wir uns auf einen teuflischen Abstieg in das Höllental. Die Forststraße dort hinunter war heiß, verdammt heiß. Und anstatt sich etwas erhohlen zu können raubte die Hitze und der unebene Untergrund meinen beiden Mitläufern Korn um Korn. Ich hatte da mehr Glück. Mit Peter an meiner Seite hatte ich hier einen äußerst interessanten Gesprächspartner. Und so liefen wir nebeneinender her, unterhielten uns blendend und die fiese Forststraße hatte gar keine Möglichkeit in unsere Gedanken einzudringen. Ein Glück für mich und auch für Peter. Unten angekommen, am Parkplatz des Weichtalhauses wartete dann der beste Mann des Tages, Stefan (@Stefanschmoelz), auf uns. Er hatte sich angeboten uns etwas privat zu verpflegen. Es gab RedBull, Wasser und Sportweisse. Ein fantastischer Zug von ihm. Wir teilten natürlich unsere Eigenverpflegung mit unserer Gruppe, Michele, Peter, Ronald, Jérôme, Lukas. Alle waren froh vor dem letzten Anstieg über eine kleine Erfrischung. Es war einigermaßen schwer wieder los zu laufen. Aber nach ein paar Metern gings bei mir wieder. Ich war jetzt versorgt mit Stöcken, Christoph musste leider bei Stefan bleiben und die Three Peaks Challenge abbrechen. Mein verbliebener Partner Basti hatte nun auch zu kämpfen. Krämpfe plagten ihn und die Weichtalklamm ist dafür der denkbar schlechteste Ort. Immer wieder müssen kleiner Kletterpassagen überwunden werden und der Boden ist alles andere als eben. Wir kamen nur noch sehr langsam voran, mussten immer mal wieder Dehnpausen einlegen und so sah ich langsam die Karrenzzeit von 13h dahin schwinden. Basti kämpfte, und er gab nicht auf und so konnten wir zusammen den Ausgang der Weichtalklamm erreichen. Auch dank der Hilfe von High5 Isogetränken und Salz 😀 Auf dem Weg gar hinauf zur Kientaler Hütte erholte sich Basti immer mehr und so machte er sich dann sogar ohne mich auf den Weg Richtung südlicher Grafensteig. Aber das war so abgemacht. Ich füllte noch einmal unsere Flaschen für die letzten rund 700 Höhnemeter und machte mich auf die Verfolgung. Und die Zeit, die ich brauchte um ihn wieder einzuholen bestätigte meine Vermutung. Die Ziege hatte sich erholt. Wie Phönix aus der Asche stieg Basti aus der Weichtalklamm und die Karrenzzeit rückt wieder in greifbare Nähe. Hinauuf zum Klosterwappen konnten wir dann sogar noch ein paar Plätze gut machen, auch wenn das an diesem Tag wirklich nebensächlich war. Hier ging’s um das reine Finish. Und so begab es sich, dass wir nach 12h 49min das Ziel der ersten Three Peaks Challenge erreichten und uns vor der Fischerhütte sehr erfreut in die Arme fielen. Was für ein Lauf. Unfassbar. Nach einer kurzen Anmeldung bei Don_Tango machten Basti und ich uns an den Abstieg zu meinem Auto. Ich schaltete hier schon in den Touristenmodus. Und die beiden Blasen an den großen Zehen machten mir auch ein wenig zu schaffen. Vorbei an der Edelweißhütte ging es die Skipiste hinunter nach Losenheim. Und nach 14h30min war dann das ganze Abenteuer vorbei.

und so schaut man dann aus.

Das war wirklich das härteste was ich bis jetzt gemacht habe. Und das obwohl ich mich eigentlich nicht an ein einziges Tief erinnern kann. Meine Verpflegungsstrategie war wieder perfekt. Viel Isogetränke, vornehmlich Isostar, ein paar High5 Isogels, ein paar selbstgemachte Quinoa Laibchen und einen Cliffbar. Dazu 2 Packerln High5 ShotBlocks zum naschen. Gar nicht mal so viel für 14,5 Stunden.

Zeit mal ein paar „Dankeschöns“ loszuwerden.
Danke Basti für die Unterkunft und für das Begleiten bei solchen verrückten Sachen. Das war ein großer Tag an den wir uns lange lange noch erinnern werden.
Danke Christoph M. für die Gesellschaft über 2 Berge und das du dich getraut hast mit uns die Three Peaks Challenge anzutreten. Du bist echt eine Bereicherung für das #Teamultrakitty
Danke Danke Danke Stefan für die Verpflegungstelle beim Weichtalhaus. Das war wirklich Weltklasse und verdammt wichtig für den Erfolg der Mission. Wir werden uns revanchieren. Darauf kannst dich verlassen.
Danke an die Gruppe des Tages: Peter, Ronald, Michele, Jérôme, Lukas… Und alle anderen, deren Namen ich mir nicht merkenn konnte und die an diesem Tag unseren Weg gekreuzt haben. Ihr wart alle fantastisch.
Und last but not least Danke an Christop „DonTango“ P. und alle anderen, die an der Planung der Route beteiligt waren. Es war wirklich fantastisch. Vielen vielen Dank.

Und jetzt könnt ihr euch selbst noch ein paar Eindrücke dieses großartigen Events verschaffen.

Auf ein Einbetten der Route und der Daten, wie ich es sonst mache, werde ich diesmal verzichten, nachdem meine Suunto ja schlapp gemacht hat. Wenn euch der ganze Track interessiert, hier ist die geplante Route.

4 Kommentare

  1. sebastainrennt.de um | | Antworten

    Sehr cooler Bericht. Man wird richtig neidisch beim Lesen! Berge fehlen hier leider, aber immerhin gibt es kleine Hügel, die bewältigt werden wollen ;).

  2. Stefan um | | Antworten

    Hab ich gerne gemacht, ich weiß ja selbst wie sehr man sich manchmal eine Hütte oder Verpflegungsstation herbei sehnt. Wenn es sich so leicht ausgeht, wie letzten SA bin ich auch sofort wieder dabei.

    Das schlimme ist, dein Bericht und die der Anderen machen Lust es selbst mal zu probieren, auch wenn eure Gesichter im Höllental von der Mimik sagten „tu dir den Scheiß bloß nicht an“. Allerdings muss man manchmal halt auch was Verrücktes anstellen.

  3. Wien Rundumadum um |

    […] in der Turnhalle geschlafen hat und auch Michele war schon da. Beide kannte ich von der legendären 3PeaksChallenge. Ronald und ich wollten eine Zeit zusammen laufen und mal schauen wie lang es klappte. Die […]

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