Wien Bratislava

Es war irgendwann im Winter, wann genau kann ich nicht mehr sagen, als bei einem LongJog mit Peter und Basti aus einem „Man könnte eigentlich auch mal nach Bratislava laufen“ das Projekt #videnbratislava entstand. Schnell war nach einer kleinen Internet-Recherche klar. Das wird unser Vorbereitungslauf, für mich für denn Rennsteig, für Basti, Peter und Schurli für den Comrades Marathon in Südafrika. Ein Termin war dann nur noch Formsache und auch mein Laufpartner der letzten beiden Wochenenden Gunter war mit von der Partie. So machten sich am Ostersamstag 2014 5 unerschrockene junge Läufer auf den Weg 2 europäische Hauptstädte laufend zu verbinden. Start war in Wien bei der U2 Stadion Donaumarina, um kurz nach 7 gings los. Bei perfekte Bedingungen und mit prall gefüllte Laufrucksäcke begab sich ein topmotiviertes Team mit etwa 6 min/km Richtung Osten. Zuerst ein Stück die Donauinsel entlang, an der Steinspornbrücke dann an das linke Donauufer. Das blieb dann auch für einige Kilometer so. Es ging um den Ölhafen Lobau in den gleichnamigen Nationalpark. Nach einigen Materialschwierigkeiten mit Bastis Rucksack verflogen die ersten 10 km nur so. Schurli hielt uns mit lustigen Geschichten bei Laune, und teilweise wars echt anstrengen vor lauter lachen. Der Weg war eher so lala, nicht besonders abwechslungsreich, aber da wussten wir noch nicht was uns weiter östlich erwarten sollte. Nach ziemlich genau 2 Stunden und 20 km, wir waren ziemlich genau in der Marschtabelle, bogen wir ein auf die Gerade des Grauens. Ungefähr 15 km, wie mit dem Lineal gezogen, Rechts der Uferwald der Donau, links auch nicht viel Abwechslung. Ein Glück hatten wir uns, Twitter auf unseren Phones und unsere gute Laune.
Die kleine Biegung von km 35 – 40 machte sich kaum bemerkbar und so waren wir alle glücklich, als wir bei Hainburg die Donau überquerten. Hier begann dann langsam Schurlis Leiden. Seine Knie. Und kurz vor Hainburg überquerte dann auch unser hoch geschätzter Herr Weltpräsident Peter die Marathonmarke, was ihn auch automatisch zum Ultrapräsidenten des #teamultrakitty machte. Schurli hatte zu diesem Zeitpunkt schon schwer zu kämpfen. Aber wir warteten etwas und lotsten ihn noch sicher durch die Blutgasse in Hainburg und auch durch den Rest des Dorfes. Und siehe da, am Ortsausgang, Höhenmeter. Des Präsidenten liebste Ziege Basti war nicht mehr zu halten und forcierte etwas das Tempo, Peter ging locker mit, Gunter und ich begannen langsam die Marathons der vergangenen Wochen zu spüren und den Schurli sah ich hier zum letzten mal bis Bratislava. Am Horizont war dann schon Bratislava zu sehen, ein Ende in Sicht. Aber ab Wolfsthal und der slovakischen Grenze begann es dann für Gunter und mich doch etwas zaach zu werden. Lange Geraden, wechselnde Winde mit teils erheblichem Gegenwind und immer schwerer werdende Beine ließen die letzten Kilometer zu einem Kampf werden. Oft wurde er ausgesprochen an diesem Tag, der Satz: „Ultralauf findet im Kopf statt.“ Ja, jetzt, die letzten Kilometer liefen wir im Kopf. Ein Radfahrer, der uns zum 3. mal an diesem Tag überholte wusste uns mit einem herzlichen: „You guys are totaly crazy!“ zu motivieren. Und so war auch der letzte Anstieg hinauf zur Donaubrücke und der Gegenwind der auf ihr herrschte nur noch ein kleiner fieser Stich, der die Freude über das Geleistete nicht trüben konnte. Nach gut 62,5 km waren Gunter und ich kurz nach Basti und Peter im Ziel in Bratislava. Was für eine Geschichte.
Das wurde dann noch ausgiebig bei ein paar Bier in Bratislava gefeiert. Schurli traf auch irgendwann ein und auf dem Weg zum Twincityliner, der uns wieder nach Hause bringen sollte, wurden wir noch ordentlich von einem Gewitter geduscht. Was für ein geiler Lauf.
Bleibt mir noch ein Herzliches Danke an Gunter, der die letzten 3 Wochenenden laufend mit mir verbracht hat. An Basti, der sich für Wetter und Streckenplanung verantwortlich zeigte. An den jetzigen Herrn Ultrapräsidenten Peter, es war mir eine Ehre dich auf deinem ersten Ultramarathon zu begleiten. Und natürlich auch an Schurli, für die gute Unterhaltung während der ersten 2 Stunden. Großer Kampf, den du geliefert hast. Da brauchst dich nicht vor den Löwen fürchten in Südafrika.
Noch ein kleines persönliches Fazit. Für mich war das in diesem Jahr der dritte Lauf, der länger war als ein Marathon, dazu noch die beiden Marathons in Wien und Linz. Vor ein paar Jahren noch unvorstellbar. Manchmal ist mir mein Körper selbst schon etwas unheimlich. Aber durch die beiden Jungs aus Wien, Basti und Peter und durch Gunter aus Linz und durch die vielen anderen Läufer aus dem #Twitterlauftreff kommt mir das alles ziemlich normal vor. Und genau so solls sein. Danke Jungs, Danke #Twitterlauftreff.

Hier noch ein paar Impressionen


Hier die Daten von heute: 62,51 km 6:06:30 (5:52 min/km 10,2 km/h) Ø HF: 125 bpm

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