#VCMx2

Der doppelte Wien Marathon ist gelaufen. Wie er gelaufen ist will ich euch hier erzählen.

Mein Marathon Sonntag begann früh. Sehr früh. Deutlich früher als normal beim Wienmarathon. Der Wecker klingelte um 3:30 Uhr, schnell nen Kaffee, dabei alle neuralgischen Stellen mit Hirschtalg einreiben, nichts vergessen und dann los zur U-Bahn. Und die hielt sich schon mal nicht an den Plan und war satte 7 Minuten zu spät. So kann ich nicht arbeiten. Was bitte hält eine U-Bahn Sonntag früh um 4:20 Uhr 7 Minuten auf? Also Route umplanen um trotzdem noch rechtzeitig am Start respektive Ziel des Wienmarathons zu sein. Ich war dort nämlich mit Matthias von Dailysports.at verabredet. Er wollte mein gesamtes Abenteuer begleiten. Auf Inline-Skates. Wenn ihr mich fragt, nicht minder verrückt als das eigentliche Projekt selbst. Und so machten wir uns nach einem kurzen Interview um 4:53 Uhr auf den langen Weg.

Zuerst mussten wir uns durch die feiernden Partygänger des Volksgarten schlängeln, bevor es am Ring etwas ruhiger wurde und wir uns via Vordere Zollamtsstraße, Radetzkystraße und Franzensbrücke das erste mal an diesem Tag Richtung Prater bewegten. Bei mir lief es gut, auf der Marathonstrecke konnte man schon die ersten Helfer bei ihren Vorbereitungen sehen und auch Matthias war guter Dinge und froh, sich für die Skates entschieden zu haben. Die Hauptallee bis zum Lusthaus und wieder zurück ließ er mich dann doch alleine absolvieren, der Asphalt ist dort zwar zum laufen ok, für Skates aber viel zu schlecht. Nach der Wende beim Stadion zeigte meine GPS Uhr beim 30 km Schild das Marathons genau 12,2 km. Stimmte also alles genau, trotz Gehsteigen, Straßenquerungen und anderen Unwegsamkeiten der noch nicht abgesperrten Marathonstrecke. Jedenfalls ging es jetzt wieder Stadteinwärts für uns. Entlang des Donaukanals, vorbei an Pallais Liechtenstein, Strudelhofstiege und Votivkirche näherten wir uns dem ersten Halbmarathon. Dieser wurde ziemlich genau in 1:45 absolviert, wir lagen also perfekt im Plan um rechtzeitig am Start an der Reichsbrücke zu sein.

Kurz nach dem Halbmarathon-Durchgang erwartete mich weitere Begleitung. Maria und Basti waren angetreten, um mir ein wenig die Zeit zu vertreiben. Und so war der Gegenwind in der MaHü nur halb so schlimm und mit Rückenwind flogen wir förmlich die Wienzeile hinauf Richtung Karlsplatz. Mittlerweile waren schon die ersten Auswirkungen das Marathons in der Stadt sichtbar. Teilweise Straßensperrungen, Polizei überall und Helfer die Werbebögen und Verpflegungspunkte aufbauten. Über den Ring gings wieder zurück zum Donaukanal und hier hab ich mich dann ein wenig verlaufen, weil ich nicht wusste, dass die Schleife über den Schwedenplatz nicht mehr Bestandteil der neuen VCM Strecke ist. +1 km. Auch schon egal bei der Gesamtdistanz. Nach der Schleife verließ uns Basti und wir machten uns zu dritt auf entlang der Schüttelstraße zum zweiten mal an diesem Tag die Prater Hauptallee zu bezwingen. Ende der Allee war dann vielleicht das schlechteste Wetter des ganzen Tages, es tröpfelte leicht, der Wind blies ordentlich und ich machte mir schon ein bisschen Sorgen ob des noch folgenden Marathons. Völlig unbegründet, wie sich später herausstellte. Denn schon beim laufen über die Reichsbrücke zeigte sich der April von seiner besten Seite. Strahlend blauer Himmel, kaum Wind, angenehme Temperaturen. Dazu keine Leute und ein unglaublicher Blick über die Stadt in der ich gleich meinen 25. offiziellen Marathon/Ultramarathon laufen werde. Mein absoluter Highlight-Gänsehautmoment auf dieser Reise.

Schnell die paar Meter fertig gejoggt bis zur Startlinie des VCM, Maria verabschiedet und wieder einmal ohne Kontrolle in Startblock 2 eingereiht. Sie lernen es einfach nicht beim VCM, aber man darf ja auch nix sagen. Egal. Der erste Marathon +1km war also Geschichte: Zwischenzeit: 3:38:xx. Im Startblock traf ich dann noch Flo, der mich irgendwie letztes Jahr auf den Blog von Ian Sharman (http://sharmanian.blogspot.de/2016/04/3-ultras-3-weekends.html) aufmerksam gemacht hat und so irgendwie schon einen großen Anteil an der ganzen #VCMx2 Story hat. Denn keine verrückten Ideen ohne entsprechende Inspiration. Danke Flo, Danke Ian. Noch ein paar andere bekannte Gesichter waren ebenfalls in Block 2 vertreten und so vergingen die 20 Minuten Pause wie im Flug, Nationalhymne, Elite-Start und ab geht die Luzzi zurück ins Ziel. Wie immer ein super Gefühl mit allen anderen Starten über die Reichsbrücke zu laufen, die jubelnden Zuschauer auf und nach der Brücke, der Blick auf den Stephansdom das Marathonfeeling eben. Kann man auch haben, wenn man schon einen Marathon in den Beinen hat. Und wie bei einem “richtigen“ Marathon ließ ich mich am Anfang etwas von der Menge mitreißen. Aber was solls. Was man hat hat man und nach einer kurzen Absprache mit Matthias ging es für mich zum dritten mal in den Prater. Es ging gut zu laufen ich unterhielt mich mit einigen anderen Läufern, erzählte ihnen von meinem Projekt und erntete anerkennende Anfeuerungen. Und schon war auch die erste Labstelle erreicht, die 5km Marke passiert und es ging auf die Schüttelstraße. Irgendwo hier gabelte ich dann Christoph “Don Tango” auf, der mich spontan für ein paar Kilometer begleiten wollte. Ich freute mich über Gesellschaft, schließlich lenken ein paar gute Gespräche von so nervigen Sachen wie Gegenwind, schwindender Pace und schmerzenden Beinen ab. Und ehe wir uns versahen war auch schon KM 10 erledigt, wir am Ring und schon auf dem Weg zum Naschmarkt und der Wienzeile. Hier bekamen wir dann einmal eben den Gegenwind zu spüren, aber auch das hab ich in Wien schon schlimmer erlebt. Bis hierher waren die Bedingungen zum laufen wirklich vom feinsten. Maria hat es auch noch rechtzeitig zum anfeuern wieder an die Strecke geschafft und so ging es mit Schwung weiter zum Schloß Schönbrunn und dem ersten Staffelwechsel. Immerhin ist der Wien Marathon eigentlich ein großer Halbmarathon mit Staffel-Marathon und kleinem angeschlossenem Einzelmarathon. Immerhin entfielen in diesem Jahr von 36032 Finishern (incl. 10 km und Kinderberwerbe am Samstag) nur 6320 auf den Marathon. Das sind nicht mal 20%. (Quelle: https://www.team2012.at/2017/04/24/statistiken-zum-vcm/) Auch diese Engstelle konnten wir gut umschiffen und der westlichste Punkt der Streck war nun passiert. Die „Bergwertung“ hinauf zum Technischen Museum war dank Rückenwind keine große Klippe und auf dem Stimmungs-Hotspot MaHü läufts eh fast immer wie von selbst. So auch dieses mal. Und so näherten wir uns dem Abschluß des dritten Halbmarathons an diesem Tag. Und nun wurde es ruhiger, da am Museumsquartier die Halbmarathonläufer Richtung Ziel abbiegen. Ich hatte zum Glück immer noch meine beiden Begleiter Christoph und Matthias an meiner Seite und die wurden jetzt auch langsam immer wichtiger. Meine Beine wurden nämlich zusehends müder und ich konnte langsam erahnen, dass der letzte Halbmarathon des Tages wohl etwas mehr wird als nur lockeres Auslaufen.

Am Donaukanal angekommen ließ ich mich dann von Matthias mit einem RedBull versorgen, Zucker Koffein, das waren die Zutaten, die mich über die letzten 18 km des Tages retten sollten. Christoph kümmerte sich darum, dass die Pace nicht zu sehr in den Keller ging. Und dann, zum letzten Mal an diesem Tag die Prater Hauptallee. Und schon am Eingang gabs eine Variation von „Fluch der Karibik“. Na Servus. Also nochmal das Tempo ein bisschen forcieren. Das hält ja kein Mensch aus. Jedes Jahr das Gleiche. Und so ging es Richtung Stadion, noch einmal die Wende, in diesem Jahr fast an der U2 Station und auf die Allee, beim letzten Staffelwechsel, es sind nur noch 11 km. Auf dem Weg zum Lusthaus wurden wir dann zum Glück musikalisch von den Piraten verschont, was unsere Stimmung deutlich hob und bei KM 35 des VCM und KM 78 für mich gab es leckeres Cola. Ah, herrlich. Der Nektar der Götter. Da konnte uns nun auch der Wind im neuen Streckenabschnitt entlang der Rustenschacher Allee nicht mehr groß entmutigen. Noch einmal wurde der Donaukanal überquert, noch einmal gab es eine Cola kurz bevor es zum Schaulaufen auf den Ring und auf die letzten 2 km zum Ziel ging. Den Zielsprint sparten wir uns und so überquerte ich nach etwas mehr als 86 GPS km und netto 7:30:24 die Ziellinie des VCMx2. Wow, was für ein Ding.

Ein großer Dank hier noch einmal an Matthias, Christoph, Maria und Basti die mich unterwegs begleitet und mental unterstützt haben. An alle Zuschauer fürs anfeuern, an alle, die mich via Twitter und Facebook mit ihren Nachrichten unterstützt und angefeuert haben. Und natürlich auch ein großer Dank an meinen Partner Under Armour für die Unterstützung bei der Medialen Aufbereitung dieses Projekts und für die Bereitstellung des Equipments, das nötig war um diesen VCMx2 erfolgreich durch zuziehen.

Den Bericht von Matthias findet ihr hier, und hier ist das Video, das Matthias von Dailysports.at produziert hat.

Und hier der Tag in Zahlen.

 

5 Kommentare

  1. runomatic
    runomatic um | | Antworten

    Du verrückter Hund! 😀

    Gratuliere.

  2. Iwan_bloggt (@Iwan_bloggt)

    Wahnsinn, toll, klasse Leistung. Und wir sind schon stolz auf einen mickrigen Halbmarathon 😉 La ola für den Pinguin.

  3. Peter Jansky
    Peter Jansky um | | Antworten

    Ich weiß ja gar nicht was du gegen die Piraten hast, mich haben sie in ihrem Schiff über die ganze Hautallee getragen.
    Und ja, bissl verrückt ist das ganze schon, Gratuliere.

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