Trailmaniak am Wörthersee

Wenn das größte Trailrunning Festival Österreichs ruft, dann kann ich mich diesem Ruf nur schwer verschließen. Letztes Jahr gelang es mir noch mit dem gewonnenen Berlin-Startplatz. Heuer hab ich es nicht ernsthaft versucht. Und schnell war nach Rennsteig und Veitsch im Frühjahr die Entscheidung für den Wörthersee Trail im Herbst gefallen. Also ging’s am Freitag von Wien über Klagenfurt nach Pörtschach am Wörthersee, wo in diesem Jahr das erste Mal der Start zum Trailmaniak erfolgte. Parkplatzsuche, Startnummernabholung und Race-Briefing. Ja, ihr hört richtig, Race-Briefing, Pflicht für alle Athleten. Weltbewegende, wichtige Mitteilungen wurden allerdings für die 57K Läufer nicht ausgeteilt. Die Veranstaltung war mehr an die 114k Läufer gerichtet, die 2 Runden laufen wollten und kurze Zeit nach dem Briefing schon auf die Nachtrunde gingen. Wir also wieder zurück nach Klagenfurt und nach einem kleinen Abendessen ab ins Bett. Natürlich nicht ohne ein kleines Beruhigungsbier zu trinken 😉

Am Rennmorgen lief alles glatt, ich war rechtzeitig in Pörtschach, hatte alles dabei und war bis in die Haarspitzen motiviert. Schnell noch ein paar Fotos, ein andächtiger Blick Richtung Pyramidenkogel, dem höchsten Punkt der Strecke und schon fiel der Startschuß. Über den roten Zielteppich ging’s hinaus in die große weite Welt rund um den Wörthersee. Nach 600 m verließen wir die Hauptstraße, der erste Anstieg hinauf zur Hohen Gloriette und weiter nach Sekull, die ersten 5 km immer schön bergauf. Da weißt gleich Bescheid wie der Rest des Tages verläuft. Die nächsten 5 dann schön kupiertes Gelände, vorbei am Forstsee Richtung Velden. Tempo ging allerdings auch hier nicht richtig. Herausfordernde Wurzel-Trails wechselten mit gatschigen Passagen und erst als es auf Asphalt hinunter Richtung Velden ging konnte ich auch mal wieder Twittern. Hier meine Tweets zu 5 und 10 km.

Ich kaufe noch ein „L“ Daran könnt ihr schon sehen wie es auf der Strecke zur Sache ging

Beim 10 km Tweet etwa habe ich dann auch den Stefan aufgegabelt, oder er mich, ich weiß nicht mehr so genau. Jedenfalls haben wir einen ganz schönes Stück des Weges zusammen bestritten. Leider war er nach dem Zieleinlauf recht schnell weg und wir konnten uns nicht mehr austauschen. Wenn du das hier zufällig liest: Danke für deine Begleitung. War sehr kurzweilig. Und melde dich hier im Blog, dann machen wir mal wieder was zusammen.
Bei einem gemütlichen Plausch ging’s dann hindurch durch Velden und Stefan, der schon einmal den Trailmaniak gelaufen ist hat mir noch die weitere Strecke erklärt. Mehr oder weniger ging es jetzt 10 km Bergauf, hinauf zum Pyramidenkogel, dem Dach des Trailmaniak.

Der richtige Anstieg begann kurz hinter Auen, wo wir auch wieder die Asphalt-Straße verließen. Der Anstieg hatte es in sich. 8 km lang, knapp 400 Höhenmeter waren zu überwinden. Also nicht mördersteil. Als Motivationshilfe kamen uns zuerst die 33km Läufer entgegen, die am Pyramidenkogel gestartet waren und langsam mischten sich darunter auf ein paar Leute mit Blauer Startnummer, die 57k Leute und auch den einen oder anderen „gelben“ konnte man sehen. Unpackbar, die Jungs waren schon ca bei km 80. Hammer. Oben angekommen wurde erstmal verpflegt, ein bisschen mit den ZuschauerInnen geschäkert und schon ging’s wieder bergab, vorbei an den Läufern, die sich noch bergauf quälten. Wir feuerten jeden an, einige erwiderten die Anfeuerung, viele waren mit sich selbst beschäftigt. Wir liefen jedenfalls 6 km bergab um gleich im Anschluß wieder 3 km bergauf zu laufen. Uns erwartete nun eine der schönsten Passagen des Trails. Die Spintikteiche. Wahnsinnig coole Wurzel-Trails in sehr lässiger Umgebung. Bilder seht ihr ja unten in der Galerie. Kurz noch einen kleinen Tweet für die Fans zu Hause:

Nun konnte man immer mal wieder links den Wörthersee sehen, wunderbare Gegend, herrliche Ausblicke, allein das Auge fehlte schon ein bisschen nach rund 40 km. Knapp 2 km cooler bergab Trail, Stefan habe ich hier zum ersten mal verloren. Unten verpflegte ich an eine Bushaltestelle mit einem Gel, beim Trailmaniak herscht nämlich absolutes Wegwerf-Verbot, und so holte Stefan wieder auf.

Vorbei ging’s wieder zu zweit an der nächsten großen Labe in Klagenfurt. Wir füllten die Flaschen um gerüstet zu sein für die letzten 20 km mit ihren letzten Prüfungen. 3 „Gipfel“ warteten noch auf uns, und was noch hinter dem Pirker Kogel wartete war auch nicht von schlechten Eltern. Beim Anstieg zum 2 Gipfel verlor ich Stefan dann ganz, heute war ich wohl ein bischen stärker. Denn auch die bergab Passagen liefen dieses mal wirklich fantastisch. Ich habe ständig Leute überholt, mein Bergab-Training der letzten Monate war also wirklich Gold wert. Hat aber auch Spaß gemacht es so richtig krachen zu lassen runterwärts. Aber wie gesagt, nach dem Pirker Kogel dachte ich der Käse ist gegessen, gemütlich bergab, vielleicht sogar auf einem Wanderweg oder einer gemütlichen Forststraße. Denkste. Irgendwie wartete hinter jeder Biegung eine neue Überraschung. Langweilig wurde es also nicht bis ins Ziel. Höchstens der letze Kilometer durch Pörtschach war für die Galerie. Nach 6:54:02 erreichte ich das Ziel. Was für ein Trail. Der absolute Hammer und auf jeden Fall eine Empfehlung. Leute, fahrt an den Wörthersee und genießt diese Strecke. Ein tolles Event. Danke für die Veranstaltung.

Hier noch meine Bilder, oft mal verwackelt und unscharf. Aber da wisst ihr mal wie ich mich so fühle auf so einer Tour 😉


Hier die Daten von heute: 61,30 km 6:54:02 (6:45 min/km 8,9 km/h) Ø HF: 151 bpm

Ein Kommentar

  1. Stefan
    Stefan um | | Antworten

    Hallo Christian!
    habe dich im Zielgelände leider auch nicht mehr gesehen, aber ich habe dich ja jetzt trotzdem gefunden.
    Es war wirklich schön am Trail und die körperlichen Strapatzen sind heute auch schon fast wieder vergessen.
    Wenn du mal Lust hast melde dich, hier meine Nr.
    xxxx/xxxxxxx
    Wahrscheinlich sehen wir uns am Schneeberg wieder.

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