Die Ketterechts Challenge

Der liebe Cristian Gemmato aka @_ketterechts hat im Jahr 2013 den Vienna City Marathon und eine Woche später gleich noch den Linz Marathon bestritten. Gunter und mich hat das sehr beeindruckt und wir haben es ihm 2014 in umgekehrter Reihenfolge mit Erfolg nachgemacht und das ganze ihm zu Ehren Ketterechts-Challenge getauft. Und weils so schön war haben wir es heuer wieder getan.

Angefangen hat alles in diesem Jahr mit dem VCM. Und wie im letzten Jahr war auch heuer wieder ein Pacemaker Job angesagt. Diesmal aber für eine Zeit von 3:14:59, eine Zeit die ich mir Anfang des Jahres noch nicht so leicht aus dem Ärmel schütteln hätte trauen. Mittlerweile sieht das anders aus 😉 Gezogen werde sollte der liebe Basti und zwar wenn möglich zum Minimalziel Marathonbestzeit.
Und so trafen wir uns am Sonntag morgen in der U1 Station Taubstummengasse in angespannter Erwartung. Der Wettergott meinte es nicht gut mit uns. Es war warm, es war windig, mit einem Wort: Mistwetter für einen schnellen Marathon. Trotzdem ließen wir uns die Stimmung nicht vermiesen und fuhren Richtung VIC, Richtung Startbereich.
Hier waren wir noch guter Dinge.

#team #dieziege

Ein von @viennarunning gepostetes Foto am

Schnell noch an der Tankstelle den dritten Pacemaker Christoph „Don Tango“ eingesammelt, in den Startblock spaziert und los gings. Bissl wenig Vorspannung, es waren aber ja lauter alte Hasen am Start. Wie gewohnt, über die Reichsbrücke, viele langsame Läufer im 2er Startblock, zu schnell im Prater unterwegs und bis zur 5km Marke alles im Lot

Es war heiß. Soviel stand zu diesem Zeitpunkt schon fest. Und bald merkten wir auch, es ist windig. Eine elendige Kombination. Und so trabten wir weiter, Richtung erster Eigenverpflegung bei KM10. Und schon da hatte ich eine Vorahnung, dass heute wohl nicht alles glatt nach Plan laufen würde. (Immer die richtigen Tasten treffen ist übrigens nicht so leicht bei einer Pace von <5 min/km)

Eigenverpflegung klappte wie immer gut, vorbei gings am Naschmarkt und an Peter, der natürlich gekommen war zum anfeuern. Über die windige Wienzeile ging es Richtung Schloss Schönbrunn, km 15 mit Verpflegung wurde passiert und auch die Staffelübergabe konnten wir ohne Probleme hinter uns lassen. Kurz danach war denn der HelloKittyLaufclub Fanclub anzutreffen. Markus und seine Frau „Ente Wurzel aus Q“ standen parat mit HelloKitty Helium Ballons und feuerten uns frenetisch an. Twitter ist einfach super 😀 Den Anstieg hinauf zum technischen Museum half uns dann der Wind, es ging weiter gut dahin. Zumindest für uns Pacemaker. Unser Schützling hatte zu dieser Zeit schon etwas an Zuversicht verloren. Auf dem normalerweise schnellen Stück hinunter zum Halbmarathon Durchgang konnten wir schon nicht mehr zulegen. Und es war noch weit ins Ziel


Das war dann auch mein letzter Tweet während des Marathons. Betreuung war wichtiger. Wir begannen jedenfalls Zeit zu verlieren, Am Anfang nur wenig aber doch stetig und das ist schon gar nicht gut, bei einem Rennen, das auf einen negativen Split ausgelegt ist. Wir kämpften ab hier noch um die Bestzeit. Und vor lauter Kämpfen und Flaschen reichen usw habe ich doch glatt bei KM26 eine Starßenbahnschiene übersehen und mich hingelegt. Das meiste bekamen die beiden Trinkflaschen ab die ich in der Hand hatte. Aber auch mein Knie, meine Schulter und meine Uhr wurden etwas lädiert. Aber ich lasse mich ja nicht von sowas aufhalten, weiter gings. Ich war etwas abgelenkt, Basti auch und so liefen wir in den Prater ein und hier mussten wir dann schon mal die erste Motivationsoffensive starten. Basti meinte wir sollen zu laufen. Aber das kam ja gar nicht in Frage. Wir blieben zusammen. Wir feuerten uns gegenseitig an. Am Stadion waren dann wieder mehr Zuschauer, zu unserer Unterstützung Der werte Herr Kaiser von Buschina hatte sich bequemt das Fußvolk anzufeuern, Astrid und Jan waren da zum abklatschen und ein paar Meter nach dem Stadion begleitete uns Schurli ein paar hundert Meter. Das wiederholte sich noch einmal auf dem Rückweg vom Lusthaus und endlich verließen wir wieder den Prater, grausam lange ist man da drin bei der neuen Streckenführung. Die letzten Kilometer waren dann großer Kampf von Basti. Immer am Rande der Krämpfe liefen wir Richtung Ziel. Und waren immer noch im Bereich seiner Bestzeit. Vielleicht haben wir den Schlußspurt ein paar hundert Meter zu spät angezogen. Aber wer weiß, hätten wir ihn ins Ziel gebracht. Egal. Wir verpassten die Bestzeit. Bekamen aber dafür ein ORF Interview im Ziel. Auch nett.
Wir werden diese Bestzeit noch einmal jagen. Und dann biegen wir das Ding! Das ist sicher. Trotzdem ein toller Marathon Sonntag mit den besten Freunden. Einfach lässig die Jungs 😀

Hier die Daten des VCM: 42,195 km 3:22:57 (4:48 min/km 12,47 km/h) Ø HF: 146 bpm

Eine Woche später standen wir dann schon wieder an der Startlinie eines Marathons. Und zwar in Linz. Gunter war so net und holte mir die Startnummer ab und so konnte ich ganz gemütlich Sonntag früh in die Westbahen hüpfen und nach Linz fahren. Wir trafen uns direkt am Bahnhof, gingen zum Brucknerhaus um unsere Kleidersäcke abzugeben, trafen uns mit Gunters Staffel und ein paar anderen Freunden von Twitter und pilgerten auf die Voest Autobahnbrücke von der der Start erfolgte Pünktlich um 9:30 gings los, wie im letzten Jahr war es vom Fleck weg frei zum Laufen. Kein Vergleich mit Wien. Und auch die Bedingungen waren deutlich besser als eine Woche zuvor. Sonning aber angenehm kühl, kaum Wind, Perfekt. Und so flogen sie dahin, die Kilometer. Und wir konnten unseren geplanten Schnitt von 5:00 min/km nicht halten. Wir waren zu schnell. Sehr zum Leidwesen von Clemens, der uns schon nach ca. 2 km ziehen lassen musste. Das Rennen verlief wirklich Klasse. Sehr viele Leute standen an der Strecke, feuerten die Läufer an, man hatte das Gefühl ganz Linz war an diesem Sonntag auf den Beinen. Die erste Staffelübergabe von Gunter an seinen Sohn bei km 9 verlief auch Problemlos und auch bei Gunter und mir war alles im Lot. Mein Knie zwickte noch etwas vom Sturz in der Vorwoche, aber nichts was sich nicht ignorieren ließe. Zum ersten Stimmungs-Highlight ging es dann kurz vor dem Halbmarathon Ziel. Der kleine Anstieg am Linzer Hauptplatz war bevölkert wie eine Bergankunft der Tour de France und so wurde man förmlich über die kleine Steigung getragen von den Zuschauern. Getwittert wurde natürlich auch fleißig, hier die Tweets vom Start bis Halbmarathon.

Nach dem Halbmarathon wurde es dann deutlich ruhiger auf der Strecke, denn wie in Wien läuft auch in Linz der Großteil der Läufer nur den Halbmarathon. Aber ich hatte ja wieder einmal fantastische Begleitung und so gings lustig bei uns weiter. An der Wendepunktstrecke konnten wir dann wieder Gunters Staffel anfeuern, diesmal in Person seiner Tochter und ein zwei Kilometer weiter überholten wir „Batman“ bei einem kleinen Plausch. Vor uns lag nun der Wasserwald und der langweiligste Teil des Marathons. Dachten wir. Aber auch hierher hatten sich Zuschauer verirrt und feuerten uns an. Wenn auch Teils nur nach Aufforderung 😉 Die Bedingungen waren immer noch Tiptop, mein Knie gab Ruhe seit KM 25 und wir machten uns auf den Weg Richtung Ziel. Nocheinmal die Steigung beim Hauptplatz, diesmal mit perönlicher Anfeuerung von Patrick, Christoph und Neele. Und noch einmal gings durch den Zielkanal, diesmal auch für uns mit Happy End 🙂 Was für ein Marathon, definitiv einer meiner schönsten. Danke Linz, danke Gunter. Hier noch die Tweets bis zum Schluß

Hier die Daten vom Linz Marathon: 42,195 km 3:21:03 (4:46 min/km 12,59 km/h) Ø HF: 139 bpm

Das war sie wieder, die Ketterechts-Challenge. Die Bestzeit habe ich nun von Gunter übernommen. Sie steht nun bei 6:44:00 (Gunter: 6:44:01)

8 Kommentare

  1. Peter
    Peter um | | Antworten

    Tolle Leistung Pingu. Ich bin sehr beeindruckt und verneige mich vor diesen Leistungen! Alles Liebe dein WP

  2. Technicallife
    Technicallife um | | Antworten

    Wir hoffen die Anfeuerung hat auf den letzten Kilometern nochmal geholfen 😉 Toller Bericht!

  3. Patrick
    Patrick um | | Antworten

    Sehr cooler Bericht. Habe ja auch alles mit verfolgt und denke, die 2 Marathons waren eine Sache, aber diese in diesen Zeiten zu laufen war schon sehr beeindruckend! Glückwunsch noch mal, für den RSL seid ihr jedenfalls bestens vorbereitet 🙂

  4. Ehrfurcht und Respekt | markusrennt

    […] geklatscht und wild angefeuert. Es war gigantisch, zumindest auf unseren zwei Metern 😉 Da kam das #teamultrakitty vorbei gesaust, da kam die Beautyrunner überraschend und gut gelaunt und da kam die nbwotinda. Es […]

  5. 10 Stunden Laufen – 3 Marathons in 15 Tagen | GUracell

    […] Somit war meine zweite “Ketterechts-Challenge” in 6:44:01 absolviert – über eine halbe Stunde schneller als im Vorjahr. Lassen wir das jetzt mal so stehen. Anmerkung: Auch von Christian gibt es einen Bericht zur Ketterechts-Challenge 2015. […]

  6. Mein Laufjahr 2015
    Mein Laufjahr 2015 um |

    […] und einmal in unserer jeweiligen Heimatstadt. Wie das ganze im Detail vonstatten ging könnt ihr hier nochmal […]

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